Beruf

Der Ernährungs-Alltag für Menschen, die von Zöliakie betroffen sind, hat sich in den letzten Jahren stetig verbessert. In fast jedem Lebensmittelladen können glutenfreie Produkte gekauft werden, auch die seit 2005 geltende EU-weite Kennzeichnungspflicht für glutenhaltige Zutaten hilft sehr bei der Orientierung. Allerdings sind die glutenfreien Grundnahrungs- und Lebensmittel erheblich teurer. Zöliakie belastet also auch das Haushaltsbudget zusätzlich.

Vor Ort und auf Geschäftsreisen

Die Diagnose Zöliakie führt zu einer Umstellung des persönlichen Lebensstils, insbesondere durch die strikte glutenfreie Diät. Auch das Umfeld muss sich erst langsam auf die Krankheit und die damit verbundenen Konsequenzen einstellen. Häufig reagieren Kollegen zunächst mit Unverständnis, wenn bei gemeinsamen Mahlzeiten ausschließlich zu Hause vorbereitete Speisen mitgebracht und gegessen werden. Auch wer zu Geschäftsessen mit Kunden muss, wird in die Situation kommen, jedes Mal neu zu erklären, was Zöliakie bedeutet.

Geschäftsreisenden ist zu empfehlen, vorab bei der Internetrecherche nicht nur Hotels zu vergleichen, sondern auch in Erfahrung zu bringen, wo sich in der Umgebung Reformhäuser und Supermärkte befinden, die glutenfreie Lebensmittel im Angebot haben. Dort ist man schnell bestens versorgt mit Nahrungsmitteln für den ganzen Arbeitstag, denn Imbisse und Bäckereien können glutenfreie Kost meist nicht anbieten. Bei vielen Bäckern kann man zwar glutenfreie Produkte gegen Vorbestellung bekommen – dennoch bleibt die Gefahr, dass die lose Ware in Berührung mit glutenhaltigen Produkten kommt und somit unverträglich geworden ist, denn: Bereits die Aufnahme von 1/8 Gramm Weizen kann bei Zöliakie-Betroffenen zu einschneidenden Beschwerden führen.

Einfacher haben es da Zöliakie-Betroffene, die an einem festen Standort arbeiten. In vielen Restaurants, aber auch in den Kantinen größerer Unternehmen oder Behörden werden immer häufiger auch glutenfreie Gerichte angeboten.

„Pocket Guides“

Für Menschen, die viel unterwegs sind, hat die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft „Pocket Guides“ für verschiedene deutsche Städte aufgelegt. Die handlichen Ratgeber informieren über die Möglichkeiten einer glutenfreien Ernährung in der jeweiligen Stadt. Neben Supermärkten, Reformhäusern und Restaurants sind darin auch Hotels aufgeführt, die glutenfreie Mahlzeiten anbieten. Für mehr als zehn deutsche Städte ist die Broschüre im Taschenformat bereits erhältlich. Bestellbar sind die Pocket-Guides für Mitglieder der DZG unter www.dzg-online.de.


Quelle: Themendienst Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. – Im Berufsalltag


Sport

Laufen, Schwimmen, Tennis – erlaubt ist, was gefällt. Zöliakiebetroffenen empfiehlt Dr. Stephanie Baas, fachmedizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG), Sport Schritt für Schritt in den Alltag einzubauen: „Viele sind unsicher, ob die Glutenunverträglichkeit mit sportlichen Einschränkungen einhergeht“, so Dr. Baas. „Obwohl dies nicht der Fall ist, empfiehlt es sich, die eigenen körperlichen Grenzen nur langsam auszutesten. Ganz unabhängig von einer Unverträglichkeit ist regelmäßiges Training und eine behutsame Steigerung der Trainingsdauer und -intensität wichtig, um den Körper nicht zu überfordern.“

Ob Leistungs- oder Freizeitsportler: Wer sportliche Erfolge erzielen oder aber seinem Körper durch Bewegung etwas Gutes tun möchte, muss neben dem richtigen Training auf eine gesunde und der körperlichen Aktivität entsprechende Ernährung achten. Für Sportler, die von Zöliakie betroffen sind und daher dauerhaft auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten müssen, ist dies eine besondere Herausforderung.

Alternative Energien

Doch keine Sorge, auch Sportler, die sich glutenfrei ernähren, haben viele Möglichkeiten für Energie-Nachschub zu sorgen und sich ausgewogen zu ernähren. „Kartoffeln und Reis sind beispielsweise von Natur aus glutenfrei und stellen gute Kohlenhydratlieferanten dar“, so Bianca Maurer, Ernährungsmanagerin Diätetik bei der DZG. „Als Energiequelle während oder nach dem Sport eignen sich zudem besonders gut Bananen. Aber auch Nüsse und Trockenfrüchte sind glutenfrei und versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen und Kohlenhydraten.“

Um Muskeln aufbauen zu können, benötigt der Körper Eiweiß. Viele eiweißhaltige Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei und wichtiger Bestandteil einer gesunden Sportlerernährung. Hierzu zählen mageres Fleisch und Geflügel, Fisch, Eier und Milchprodukte. Zöliakiebetroffene sollten bei verarbeiteten Produkten allerdings stets einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Gluten kann in der Panade oder Marinade stecken und verbirgt sich als Trennmittel, Emulgator oder Trägerstoff von Aromen auch in vielen Fertigprodukten. Günstig für den Muskelaufbau ist eine Kombination von eiweiß- und kohlehydrathaltigen Lebensmitteln unmittelbar vor oder nach dem Training.

Der Kalorienbedarf sollte durch ausreichend energiehaltige Lebensmittel gedeckt werden. Empfehlenswert sind beispielsweise Studentenfutter, Nüsse, Bananen, glutenfreie Nudeln und glutenfreies Brot mit Avocado, Nuss- oder Mandelmus. Eine anhaltend geringe Energiezufuhr kann die Leistungsfähigkeit senken und schwächt langfristig das Immunsystem und die Knochengesundheit.

Genauso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit. Ein Flüssigkeitsmangel führt zu einer Verringerung des Leistungsvermögens und kann im schlimmsten Fall sogar schwerwiegende gesundheitliche Beschwerden verursachen. Spezielle isotonische Sportlergetränke können jedoch Gluten enthalten und sind zudem für Freizeitsportler nicht notwendig. Mineralwasser oder Fruchtsaftschorle ist hier die bessere Alternative.

Training & Wettkampf

Bei Wettkämpfen, ist es sinnvoll, glutenfreie Verpflegung von Zuhause mitzubringen, um Energieeinbrüche zu vermeiden. Glutenfreie Müsli- oder Proteinriegel lassen sich zum Beispiel gut vorbereiten und sind ein idealer Wettkampfsnack.

Wer ins Trainingslager geht, sollte im Vorfeld mit dem Veranstalter, dem Küchenpersonal oder dem Trainer über eine glutenfreie Verpflegungsmöglichkeit vor Ort sprechen. Wichtig ist hierbei, dass glutenfreie Gerichte separat zubereitet werden, da selbst kleinste Mengen von Gluten bei Zökliakiebetroffenen zu schwerwiegenden Beschwerden führen können.


Quelle: Themendienst Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. – Zöliakie und Sport